Theater spielen mit Kindern

Alle Kinder lieben Ausflüge ins Theater, und alle Kinder haben Spaß an Rollenspielen, Verkleiden, kreativem Arbeiten mit Farbe und Werkstoffen und daran, etwas Besonderes vorzuzeigen. Was könnte also schöner sein als selbst einmal auf der Bühne zu stehen und gemeinsam mit anderen Kindern in einem richtigen Theaterstück aufzutreten, vor Publikum, mit Kulissen und Kostümen und allem „Drum und Dran“?

Ein Märchen für die Hof-Weihnachtsfeier

Zur Weihnachtszeit wird auf dem Hof zur Hellen im Windrather Tal dieser Bühnentraum Wirklichkeit. Neun Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren gestalten schon zum dritten Mal die Weihnachtsfeier für die etwa 40 Mitarbeiter mit einer Aufführung mit. Beim gemeinsamen Abendessen im Hofcafé kam auf früheren Weihnachtsfeiern für die aufgedrehten Kinder schnell Langeweile auf. Spontane, nicht enden wollende Tanzeinlagen vor bald genervten Gästen waren die Folge. So fasste ich den Plan, zukünftig die Kreativität zu bündeln und mit den Kindern eine Aufführung vorzubereiten.

Nach einem Kinderorchester und einem klassischen Krippenspiel in den vergangen Jahren soll es in diesem Jahr ein Märchen gegeben.  Meine Wahl fiel auf „Der Wolf und die sieben  vier Geisslein“ von den Brüdern Grimm – um Streit zu vermeiden, sollte es möglichst keine zentrale Hauptrolle und auch keine einzelne Prinzessinnenfigur geben.

Die Rollenverteilung

Die Texte und der Szenenaufbau wurde einem alten Märchen-Pixi-Büchlein aus eigenen Kindheitstagen sowie dem empfehlenswerten Buch „Wir spielen Theater“ von Claudia Blum-Borell entnommen. Wesentlich ist die Reimform –   gereimter Text lässt sich besser merken. Zusätzlich zu den Charakteren des Wolfes, der Geißenmutter und den Geißenkindern gibt es zwei Erzählerrollen zur Vermittlung von szenisch nicht darstellbaren Handlungsaspekten. Weil diese wichtigen Rollen außerhalb des Geschehens, also auch außerhalb der Bühne stehen und von den Kindern darum als weniger attraktiv empfunden werden könnten, haben wir sie als unsichtbare Waldelfen interpretiert- die freilich nach Lust und Laune in Tüll und Glitzer gehüllt sein dürfen. Bei der Rollenverteilung habe ich den Kindern Vorschläge gemacht, die nach kurzem Hin und Her von allen zufrieden angenommen wurden.

Proben und Werkstätten

Alle Kinder haben bei der ersten Probe eine eigene Textmappe bekommen, die selbst gestaltet werden durfte. Für jede Figur bereite ich zudem die aktuellen Textfragmente als einzelne Pappkärtchen vor, mit denen die Kinder auch während der Probe agieren können. Komplexe Szenen üben wir zunächst in Kleingruppen, bei denen Kinder, die noch nicht selbst lesen können, von älteren Kindern unterstützt werden.

In den nächsten Wochen gilt es nun, die Texte auswendig zu lernen, das Sprechen und Handeln auf der Bühne zu üben, die Szenenabläufe zu verstehen – vor allem aber miteinander zu agieren, still zu sein, wenn andere dran sind, Ungeduld und Kritik auszuhalten, sich selbst mit den Augen des Zuschauers zu sehen. Außerdem werden wir Workshops zum Kulissen- und Bühnenbau abhalten, einen großen Märchenwald aus Tarnnetz und bunten Blättern errichten, die Bühne aus Europaletten und Möbel aus Karton bauen und mit Requisiten die Rollen weiter ausgestalten.

Hauptsache spielen

Toll, dass  es dem Hof zur  Hellen  für solche großen Projekte genügend Platz, Material und auch genügend Kinder gibt. Doch auch in kleinerem Rahmen macht Theaterspielen Kindern Riesenspaß. Drei oder vier Kinder, ein kleiner Text, einfache Verkleidungen, Zeit zum gemeinsamen Üben und etwas Platz im Wohnzimmer –  schon geht der Vorhang auf und die Aufführung kann beginnen.

 

 

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